Das Social Network Facebook, das Ende 2010 erstmals über einen Börsengang spekulierte und damals mit 50 Milliarden Dollar bewertet wurde, soll seinen Wert inzwischen verdoppelt haben. Auf 100 Milliarden Dollar schätzt man im Juni 2011 die Plattform, die mehr und mehr Unternehmen, darunter viele Großkonzerne, als Nutzer anzieht.

Social Media heißt die Goldgrube

Wenn die Bewertung stimmt, CNBC hatte zuletzt so kalkuliert, wäre Facebook mehr wert als Adidas, Lufthansa und Daimler zusammen. Der Grund liegt in der Struktur des Netzwerkes selbst. Das virtuelle Café hat inzwischen weltweit 700 Millionen Mitglieder, eine Goldgrube für Werbetreibende, die immer häufiger Anzeigen nicht auf Google, sondern auf Facebook platzieren. Denn die Werbung ist zielgruppengenau zuzuschneiden, hinterlässt doch jeder Nutzer sein persönliches Profil, aus dem auch Vorlieben hervorgehen. Was liegt näher, als jedermann das anzubieten, was er wirklich gebrauchen kann. Zudem kommunizieren die Nutzer, und zwar sehr munter, auch kritisch über die vielfältig im Netz dargebotene Produktwelt. Nichts ist jedoch wichtiger für ein Unternehmen, als im Fokus zu stehen. Sollten die Produkte dann auch halten, was sie versprechen, sprich positive, dabei höchst authentische Nutzerkommentare erzeugen, ist die Werbewirkung unübertrefflich. Das machen die Telekom ebenso wie BMW, der Versandhändler Otto so geschickt wie die Coffeekette Starbucks. Und es ist nicht nur Werbung, was da läuft. Otto rekrutiert längst seine Nachwuchsmodels durch Wettbewerbe auf Facebook, Mitarbeiterrecruiting über die Social-Media-Plattform ist für viele Firmen ein fester Bestandteil ihre Anwerbestrategie geworden.

Neue Strategien müssen her

Die Marken Agentur von heute benutzt auch Social media um im Netz vertreten zu sein.
Allerdings haben wiederum viele Unternehmen die Möglichkeiten von Facebook zwar erkannt, aber noch keine passenden Strategien entwickelt, wie sie die Plattform nutzen sollen. Das kritisieren Marketingexperten. Dabei ist nichts dem Image, damit auch dem Gewinn so förderlich wie die Präsenz in sozialen Netzwerken. Der Button „Gefällt mir“ wirkt vielfach nachhaltiger als eine aufwendige Werbekampagne, und er ist viel preiswerter. Dass die Kunden eine Marke lieben, möchten sie eben gern der Welt mitteilen, das erzeugt einen Sog auf andere Kunden. Das Geschäftsmodell boomt. Viele deutsche Unternehmen nutzen die Plattform, lassen den Kundendienst virtuell auf Facebook ausschwärmen und setzen dort Pressemitteilungen ab. Nur dass sie dort auch auf Kritik stoßen, die teilweise ungezügelt daher kommt, verunsichert manche Manager. Das ist das Prinzip von Social Media. Der Kunde ist mündig, er äußert sich auch in negativer Hinsicht bisweilen heftig. Hierfür muss eine durchdachte Strategie her, denn Social Media wird auch in Zukunft unverzichtbar bleiben, ein Zurück kann es nicht mehr geben.