Jedes Vierteljahr wird vom CDN-Serviceanbieter Akamai ein sogenannter State-of-the-Internet-Sicherheitsbericht herausgegeben. Darin wird erläutert, wie sich Cyberattacken in den drei untersuchten Monaten entwickelt haben. Erschreckend ist nicht nur, dass diese Attacken immer mehr zunehmen, sondern in welchem Ausmaß. Demnach ist es so, dass sowohl die sogenannten Mega-Attacken stark zugenommen haben, als auch die wiederholten Attacken.

Ständige Zunahme der Attacken

Die Attacken nehmen immer mehr zu, von Monat zu Monat. Das betrifft nicht nur die sogenannten DDoS-Attacken, sondern auch die Webapplikationsangriffe. Bei den DDoS-Attacken handelt es sich um einen Angriff auf einen Computer, der nur ein Ziel hat, und das ist das Außerkraftsetzen der Verfügbarkeit dieses Computers. Dieser Angriff erfolgt von vielen unterschiedlichen Rechnern aus. Eine Möglichkeit ist es, dass der als Ziel auserkorene Rechner mit etlichen IP-Paketen bombardiert wird, die fehlerhaft sind. Daraufhin wird dieser überlastet und stellt den Dienst ein.

Dem Bericht nach ist es so, dass rund sechzig Prozent aller DDoS-Angriffe, die abgewendet werden konnten, von mindestens zwei dieser Angriffsvektoren attackiert wurden. Große Sorgen macht hier die Tatsache, dass diese Multi-Vektor-Attacken offensichtlich zum Angriffsmittel Nummer eins geworden sind.

DDoS-Angriffe – sehr starker Anstieg

Im ersten Quartal des Jahres 2016 konnte seitens Akamai ein Anstieg von etwa 125 Prozent bei den DDos-Angriffen festgestellt werden verglichen mit dem ersten Quartal des Jahres 2015, dies entspricht mehr als 4.500 Angriffen. Auch verglichen mit dem vierten Quartal des vergangenen Jahres stiegen die Angriffe stark an, hier sind es 22,47 Prozent.

Schon das letzte Quartal 2015 zeigte, dass wiederholte DDoS-Angriffe mittlerweile wohl üblich sind, da gab es im Durchschnitt etwa 24 Angriffe je Nutzer. Im ersten Quartal 2016 ist auch diese Zahl stark gestiegen, jetzt wurden Nutzer im Durchschnitt 39 Mal einem Angriff ausgesetzt. Bevorzugte Ziele dieser Angriffe sind offensichtlich Gaming-Firmen, auf sie entfielen 55 Prozent der gesamten Angriffe. Die Software-Industrie und die Technologie-Industrie mussten 25 Prozent der Angriffe ertragen.

Angriffe per Webapplikation nehmen auch zu

Auch bei dieser Art des Angriffs gibt es keinen Rückgang, ganz im Gegenteil, auch Webapplikationsangriffe nehmen weiterhin zu. Gegenüber dem letzten Quartal 2015 wurde hier ein Anstieg von 26 Prozent verzeichnet. Weiterhin ist es der Einzelhandel, der von diesen Angriffen am meisten betroffen ist mit 43 Prozent der Angriffe.

Hier ist allerdings ein Rückgang der Angriffe über HTTP zu verzeichnen, sie gingen um 1,77 Prozent zurück. Das ist allerdings keine Entwarnung, denn dafür nahmen die Angriffe über HTTPS zu, und das um ganze 236 Prozent. Weiterhin ist es so, dass die USA das beliebteste Ziel sind für alle Webapplikationsangriffe. Rund 60 Prozent der Angriffe entfielen auf die USA. Gleichzeitig sind die USA aber nicht nur ein beliebtes Ziel, sondern auch mit 43 Prozent die größte Quelle der Angriffe.